Urlaub auf Usedom

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TOURISMUS

Die Anfänge des Tourismus auf der Insel Usedom reichen bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück.

In früheren Jahren mieden die Menschen das Meer und fürchteten sich vor dem Aufenthalt am Ufer. Nur zum Fischfang fuhren die Männer hinaus.

Erst, als der englische Arzt Richard Russell 1753 eine Schrift über die gesundheitsfördernden Aspekte des Meerwassers veröffentlichte, änderte sich diese Meinung. In Brighton, an der südenglischen Kanalküste, ließ er das erste Kurhaus errichten und schon 1780 hatte sich die Stadt zu einem modischen Kurort entwickelt.

Von Brighton und Scarborough aus verbreitete sich diese neue Mode schnell in ganz Europa und schon 1793 wurde in Heiligendamm das erste deutsche Kurhaus eröffnet.

Usedom erlebte den Beginn des Badelebens im Sommer 1824 in Swinemünde – bereits ein Jahr später folgten die heutigen Kaiserbäder dem neuen Zeitgeist. Georg Bernhard von Bülow, Besitzer des Rittergutes Gothen hatte maßgeblichen Anteil an der Entwicklung des Badebetriebs. Er verkaufte die ersten Grundstücke in Heringsdorf an Aristokraten und wohlhabende Industrielle und bald entstanden zwischen Buchenwald und Ostseestrand repräsentative Villen, die noch heute etwas von dem Glanz der guten alten Zeit erahnen lassen. Die Hohenzollern, die schon vor 1824 auf Usedom weilten, hielten der Insel die Treue und Mitglieder der königlichen Familie reisten in den Sommermonaten zur Erholung in die Ostseebäder. Der Kaiser selbst soll nie auf der Insel übernachtet haben, auch wenn er oft hier zu Gast war. Am Abend zog er sich stets auf die kaiserliche Yacht zurück, die vor der Küste ankerte.


Mit der Gründung der Aktiengesellschaft im Jahr 1872, durch die Berliner Bankiers Hugo und Adalbart Delbrück, erlangte Heringsdorf weitere Berühmtheit und bald wurde sein Name in einem Atemzug mit Weltbädern wie Nizza, Kranz oder Saint Moritz genannt. In allen drei Badeorten war der Fortschritt nun nicht mehr aufzuhalten. Bahnhöfe, Straßen, Badeanstalten und die ersten prunkvollen Hotelbauten entstanden innerhalb weniger Jahre. Der Kaiserhof „Atlantic“ an der Heringsdorfer Promenade wurde 1873 eröffnet und beherbergte schon damals über 300 Gäste. Die Bäder übertrafen sich gegenseitig mit dem Bau von Seebrücken, Konzertplätzen, Tanzsälen und Casinos. Das milde Reizklima, die jodhaltige Luft und  die prächtigen Buchenwälder, in denen es sich hervorragend lustwandeln ließ, trugen Ihr Übriges bei, zu dieser rasanten Entwicklung. Neben der Oberschicht zog es nun auch immer mehr Künstler und Akademiker an die Küste. Thomas Mann, Richard Strauß, Theodor Fontane und Maxim Gorki sind nur einige, die sich von der einzigartigen Umgebung inspirieren ließen.

Dennoch verlief die Entwicklung der drei Orte, trotz vieler Gemeinsamkeiten, recht unterschiedlich. Während in Heringsdorf und Bansin der Geldadel und die Hochfinanz residierten, wurden Kost und Logie in Ahlbeck sehr viel günstiger angeboten. Hier erholte sich der deutsche Mittelstand und genoss die Vorzüge eines Familienbades in dem man sich einfacher einrichten konnte als in Heringsdorf oder Bansin.

Mit der Wirtschaftskrise und dem ersten Weltkrieg sanken auch auf Usedom die Übernachtungszahlen – nur, wer seine Verpflegung selbst mitbrachte konnte in diesen Zeiten in den Bädern logieren.

Erst 1926, nach Inflation und Krieg, stieg die Anzahl der Besucher wieder kontinuierlich an - in den (goldenen) Zwanziger Jahren erreichte das gesellschaftliche Leben in den Badeorten seinen Höhepunkt. Die Promenaden und Seebrücken wurden zum Laufsteg der neuen Mode. Die Röcke wurden kürzer, die gewagten Dekolletees reichten oft bis zur Taille und die Accessoires sorgten für Aufsehen. Die Dame von Welt trug jetzt Bubikopf, Stirnband und Federboa. Neue Bars, Nachtclubs und Weindielen wurden eröffnet, auch auf der Insel. Arbeitslose Offiziere verdingten sich als Eintänzer und trösteten einsame Damen. Andere trafen sich zu geistvollen Gesprächen in  mondänen Privatvillen oder in den Salons der exklusiven Luxushotels. Die Berliner Schickeria amüsierte sich bei Charleston und Jazz und tanzte die Nächte durch bis die Sonne über der Ostsee aufging.

1928 entdeckte man in 400 m Tiefe radiumhaltige Sole. Nun wurden auch Moorbäder verabreicht und die Kurgäste konnten die gesundheitsfördernde Sole in einer neu erbauten Heringsdorfer Trinkhalle einnehmen. Nebenbei wurden Massagen und Wassergüsse angeboten.

Seit 1933 verband die Eisenbahnbrücke bei Karnin die Insel mit dem Festland. Es war die größte und modernste Eisenbahnbrücke Europas und eine Bahnfahrt von Berlin nach Heringsdorf dauerte damals keine drei Stunden. Spaßvögel nannten diesen Zug in den dreißiger Jahren den „Bullenexpress“ – brachte er doch an den Wochenenden regelmäßig Berliner Ehemänner und Familienväter auf die Insel, wo Ihre Frauen und Kinder die Sommermonate verbrachten.

1936 entstand in Peenemünde die Heeresversuchsanstalt und kurze Zeit später begann auch auf Usedom das schwärzeste Kapitel deutscher Geschichte.

Nach dem zweiten Weltkrieg hatten viele Besitzer der prunkvollen Villen Ihren Besitz bereits verlassen. Die meisten der Heringsdorfer Villen waren vor dem Krieg in jüdischen Besitz – das Schicksal Ihrer Besitzer war ungewiss.

Zunächst diente die Mehrzahl der Häuser als russisches Militärsanatorium.

Ab 1951 übernahm der Feriendienst der Gewerkschaften in der ehemaligen DDR die einzelnen Objekte und schuf mit wenigen Mitteln und unter zum Teil abenteuerlichen Verhältnissen tausende vor Ferienunterkünften für das werktätige Volk in der jungen Republik. Hunderttausende von Menschen wurden jedes Jahr in den Ferienheimen des FDGB untergebracht. Massenverpflegung, Versorgungsengpässe und überfüllte Strände prägten das Bild bis zur Wende 1989 – dennoch, ein Platz in einem solchen Ferienheim war für den Besitzer wie ein Sechser im Lotto. Die Stimmung war trotz aller Unzulänglichkeiten großartig und die durchfeierten Nächte bei den traditionellen „Heimabenden“ wird wohl niemand vergessen, der damals in den Genuss gekommen war, dabei gewesen zu sein.

Seit der politischen Wende im Jahr 1989 hat sich der Tourismus zum bedeutendsten Wirtschaftszweig auf Usedom entwickelt. In allen Seebädern und im Hinterland der Insel sind neue Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen in allen Preiskategorien entstanden. Die Infrastruktur wurde kontinuierlich dem Standart moderner Tourismusregionen angepasst.

Die Kaiserbäder erhielten Ihre Seebrücken zurück, in Heringsdorf kann man längst wieder sein Glück im Casino suchen. Zahlreiche Veranstaltungen locken zusätzliche Besucher auf die Insel, genannt seien hier nur das Usedomer Musikfestival und der Baltic Fashion Award.

Für kleine und große Gäste, für Familien und Senioren, für jeden Geschmack und für jeden Geldbeutel präsentiert sich die Insel auf unterschiedlichste Art und Weise – vom luxuriösen Fünfsternehotel unmittelbar an der 9 Kilometer langen Strandpromenade der Kaiserbäder bis zum urigen Fischerhaus im malerischen Hinterland von Usedom.

Im Dezember 2007 fallen die Grenzkontrollen zum Nachbarland Polen weg. Das eröffnet neue Perspektiven für die Region, auch wenn das Zusammenwachsen Zeit brauchen wird.

Wir sind sicher, dass die Zukunft auf der Sonneninsel spannend und interessant bleibt und, dass Sie in jedem Jahr Veränderungen bemerken werden, die ein Grund sein können, um immer mal wieder vorbei zu schauen. Der Strand, das Meer und der Buchenwald erwarten Sie in jedem neuen Jahr, fast so wie vor

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